Mein Camino

2009 Oktober 26

Im Sommer bin ich von Saint Jean Pied de Port bis nach Santiago gepilgert. 780 km auf dem berühmten Jakobsweg, die erst über die Pyrenäen, dann durch das Becken von Pamplona und anschließend durch das trockene Kastilien & Leon verliefen und am Ende durch das grüne und regnerische Galizien führten. Insgesamt war ich 22 Tage unterwegs.

Camino 1Einfache Unterkünfte, begrenztes Gepäck und hohe Temperaturen haben mich genügsam gemacht. Ein simples Bett, eine Dusche oder ein schattiges Plätzchen reichten völlig aus. Auch einfaches Quellwasser wurde zum begehrten Getränk. Durch die Entfernung zur Heimat, das meditative Wandern und viele Stunden, die ich alleine unterwegs war, hatte ich die Möglichkeit mein Leben, meine Sichtweisen und meinen Glauben auf die Probe zu stellen. Hierbei erwiesen sich die eigenen Bilder nicht als falsch, sondern gewannen an Schärfe.

Die Begegnungen, die ich auf dem Camino gemacht habe, waren durch eine klare zeitliche Begrenzung auf wenige Stunden oder Tage besonders intensiv. Schnell war das Vertrauen so groß, dass über alles geredet werden konnte. Unter den Pilgerinnen und Pilgern gab es außerdem große Solidarität und Hilfsbereitschaft.

Nebenbei war mein Weg auch mit vielen Leckereien gespickt. Gemeinsames Kochen, mehrgängige Pilgermenüs, spanisches Gebäck und gute Rotweine haben den Weg und das abendliche Erholen versüßt.

Insgesamt war die Pilgerreise ein schöner, erholsamer und nachhaltiger „Urlaub“. Gerne will ich in Zukunft wieder pilgern. Dann aber lieber kürzer – und nicht mehr allein.

Camino 2

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Erstveröffentlicht in der Transparent. Vielen Dank Steffi fürs Lektorrat.

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  1. Einleitung: Berichte von meiner Pilgerreise « Pfefferminzer

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