“Wenn Arbeit was Geiles wär,
würden die Bonzen
sie für sich behalten.”
Graffiti
Oft wird ein Loblied auf die Arbeit gesungen. Ist das richtig? „Sozial ist, was Arbeit schafft“. Lassen wir das gelten? Über Arbeit wird Menschen Bedeutung und Lebenssinn zugemessen. Greift das nicht zu kurz? Und unser größtes Problem ist die Arbeitslosigkeit. Wirklich? Nein. Arbeit ist kein Wert.
“Wir glauben zu leben,
aber in Wirklichkeit arbeiten wir nur,
um nicht zu sterben.”
Sully Prudhomme
Es gibt viele verschiedene Formen der Arbeit – doch wenn die Medien, PolitikerInnen oder ich von Arbeit sprechen, ist meist die Lohn- oder Erwerbsarbeit gemeint. Also die Arbeit bei der ich Körperkraft, Intellekt oder Zeit gegen ein Honorar eintausche, das es mir ermöglicht, zu überleben. Mit viel Glück macht die Arbeit Spaß und ist sogar sinnvoll.
“Wenn Arbeit alles wäre,
gäbe es keinen Lebenssinn für Alte
und noch keinen für Kinder.“
Norbert Blüm
Es gibt kein Bedürfnis nach Arbeit, sondern das Bedürfnis satt zu sein, ein Bedürfnis nach Sicherheit, Freundschaft, Liebe und Lebenssinn.
“Könnte ich leben,
ohne zu arbeiten,
ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne.“
Franziska zu Reventlow
Aufgabe unserer Gesellschaft muss es sein, diese Grundbedürfnisse zu erfüllen: eine grundsätzliche finanzielle Absicherung (z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen), die nötige Kompetenz, um an der Gesellschaft teilzunehmen und Herzensbildung, die befähigt dem eigenen Leben Sinn zu geben. Das alles würde uns frei machen. Frei von Lohnarbeit, frei für ein selbstbestimmtes und -gestaltetes Leben.
Ein längerer Aufsatz eines Anarchisten zum Thema: Paul Lafargue Recht auf Faulheit. Und Götz Widmann bringt das Ganze musikalisch genau auf den Punkt: Recht auf Arbeitslosigkeit.
- – - – -
Erstveröffentlichung in der Transparent. Vielen Dank Lena fürs Lektorat.

Einfache Unterkünfte, begrenztes Gepäck und hohe Temperaturen haben mich genügsam gemacht. Ein simples Bett, eine Dusche oder ein schattiges Plätzchen reichten völlig aus. Auch einfaches Quellwasser wurde zum begehrten Getränk. Durch die Entfernung zur Heimat, das meditative Wandern und viele Stunden, die ich alleine unterwegs war, hatte ich die Möglichkeit mein Leben, meine Sichtweisen und meinen Glauben auf die Probe zu stellen. Hierbei erwiesen sich die eigenen Bilder nicht als falsch, sondern gewannen an Schärfe.